Abeking & Rasmussen

Ablieferung des ersten SWATH@A&R Patrouillenbootes

Am 31. März 2011 wurde die Ablieferung des weltweit ersten SWATH@A&R Patrouillenbootes durch die Bauwerft Abeking & Rasmussen in Lemwerder gefeiert.

Neben den zahlreichen hochrangigen Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Industrie waren der Lettische Verteidigungsminister, Dr. Artis Pabriks, und Christian Schmidt, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister der Verteidigung, anwesend. Die Lettische Marine wird die „SKRUNDA“ am 18. April 2011 in Riga, Lettland, Indienst stellen.

Der Auftrag für 5 Schiffe wurde Abeking & Rasmussen (A&R) im September 2008 erteilt. Diese neuartigen Fahrzeuge wurden von A&R nach den Vorschriften des Germanischen Lloyds entworfen und konstruiert. Bau und Ablieferung erfolgen in Kooperation mit der Riga Shipyard.

Die „SKRUNDA“ ist 25,71m lang, hat eine Breite von 13m und einen Tiefgang von 2,70m. Das Design wurde von den in über 10jährigen Einsatz bewährten SWATH@A&R Lotsentendern übernommen.

Abeking & Rasmussen lieferte 1999 das erste SWATH@A&R Schiff ab. Inzwischen wurden  mehr als 20 Schiffe mit dieser außergewöhnlichen Rumpfform in einer Länge von 25m bis 60m abgeliefert oder befinden sich zurzeit im Bau.

Seit Aufnahme des Lotsendienstes mit den SWATH Tendern in der Deutschen Bucht sind die Schiffe jeden Tag im Einsatz. Sie erreichen 3.000 – 4.000 Einsatzstunden pro Jahr.

Im Unterschied zu dem Basisentwurf der Lotsentender befinden sich die Dieselmotoren bei den Patrouillenbooten in den Auftriebskörpern. Der dadurch frei gewordene Raum im Aufbau steht für die Unterbringung von 8 Besatzungsmitgliedern in 2-Mann Kammern zur Verfügung. Die beiden Antriebsanlagen bestehen aus je einem MAN D 2842 Dieselmotor mit 809 kW bei 2.100 U/min, einem Untersetzungsgetriebe und einer Verstellpropelleranlage. Mit diesem Antrieb wurde während der Probefahrten eine Geschwindigkeit von 21,4 kn erreicht.

Um eine hohe Verfügbarkeit in Verbindung mit Kosteneffizienz zu gewährleisten, orientierte man sich bei der Auswahl der technischen Systeme an den Lotsentendern. Durch Nutzung handelsüblicher Ausrüstung sollen die Wartungskosten begrenzt werden. Zusammen mit geringen Personalkosten aufgrund der kleinen Besatzung sind niedrige Lebensdauerkosten zu erreichen.

Falls notwendig können weitere Spezialkräfte in der geräumigen Messe untergebracht werden. Für die Crew bedeuten die Geräusch- und Vibrationsarmut  (unter 65 db(A)), sowie die herausragenden Seegangseigenschaften – für die die SWATH@A&R Schiffe bekannt sind - ein besonderes Maß an Komfort. Die Bewegungen der 25m SWATH Schiffe in schwerem Seegang sind vergleichbar mit denen 80m langer Monohulls. Mit einer Reichweite von
1.000 sm sind sie daher auch für alle Einsätze weit vor der Küste geeignet.

Auf der 360° Rund-um-Sicht Brücke ist auf Steuerbord der Arbeitsplatz des Navigators, bzw. Steuermannes. Das Steuerpult zur Überwachung der Maschinenanlage in der Mitte ermöglicht die Bedienung aller technischen Systeme des Schiffes. Auf Backbord ist Platz für 3 Tageslicht Bedienerkonsolen.

Weiterhin ist es möglich, ein kleines RIB Boot für Flachwassereinsätze mittels Krans achtern zu Wasser zu lassen. Für den Fall, dass eine über Bord gefallene Person gerettet werden muss, kann dies schnell und einfach mit Hilfe eines hydraulischen Liftes an der Steuerbordseite durchgeführt werden. Gerade wegen der sehr kalten östlichen Ostsee ist eine schnelle Bergung überlebenswichtig. Häufig ist es sogar unerlässlich, die verunglückten Personen aufgrund starker Unterkühlung in horizontaler Lagerung an Bord zu nehmen. Dies ist mit dem Bergelift, der sich auch sehr gut für Tauchereinsätze eignet, problemlos möglich.

Auf der Backbordseite ist ein kleiner FiFi Monitor installiert. Ein Fundament für die Aufstellung eines schweren Maschinengewehrs ist vorhanden.

Eine hervorstechende Lösung ist die Möglichkeit zur Aufnahme von Missionsmodulen im Vorschiffsbereich zwischen den Rümpfen. Diese autarken Module haben die Abmessung eines 20ft ISO Containers, erlauben eine Zuladung von 6 t, und sind zur Aufnahme von Systemen und Geräten für eine spezielle Aufgabe bestimmt, z. B. könnte die Bewaffnung des Bootes durch ein 35mm Rheinmetall Millennium Geschütz erheblich verstärkt werden. Weitere Module für Umweltschutz-, Tauch-, Minensuch- oder hydrografische Vermessungseinsätze können problemlos und schnell ausgetauscht werden.

Dieses Offshore Patrouillenboot ist mit einem Raytheon X-band Radar ausgestattet. Ein elektrisch-optischer Sensor im Masttop soll nachgerüstet werden.