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A&R bekommt den Auftrag für zwei Mehrzweckschiffe

Die Bundesanstalt für Wasserbau (BAW) hat uns heute den Zuschlag für den Bau und die betriebsfertige Lieferung zweier Mehrzweckschiffe erteilt. Die beiden Neubauten sind Ersatz für die bewährten Mehrzweckschiffe „Mellum“ und „Scharhörn“. Einsatzgebiet der für weltweite Fahrt zugelassenen ist nach BAW-Angaben die Deutsche Bucht, Heimathafen werden die Wasserstraßen- und Schifffahrtsämter in Wilhelmshaven und Cuxhaven.

Mit 95 m Länge und 20 m Breite bei einem Tiefgang von max. 6,10  m werden die Neubauten deutlich größer als ihre Vorgänger. Für eine Geschwindigkeit von über 15 kn und einen Pfahlzug von mindestens 145 t wird eine Maschinenleistung von über 12.000 kW benötigt. Auf dem Vorschiff ist eine Hubschrauber-Landefläche, über dem Heck eine Winschfläche angeordnet. Im Einsatzfall können so sicher Spezialkräfte an Bord der Mehrzweckschiffe gebracht werden.

Die Aufgaben der Mehrzweckschiffe sind vielfältig: von der Bearbeitung von Seezeichen und Wahrnehmung schifffahrtspolizeilicher Aufgaben über die Schadstoff-Unfall- und Schiffsbrand-Bekämpfung, Notschleppen im Rahmen der maritimen Notfallvorsorge und Verletztenversorgung auf See bis zum Einsatz hydroakustischer Anlagen. Zusätzlich zu den 16 Besatzungsmitgliedern können an Bord bis zu 34 Personen Bekämpfungspersonal untergebracht werden. Um Notschleppeinsätze erfolgreich durchführen zu können, befindet sich umfangreiche Schleppausrüstung an Bord. Die Hauptschleppwinde fasst 1.000 Meter des 64 mm starken Schleppdrahtes. Mit einem Notschleppdraggen sollen  vor Anker treibende Havaristen gestoppt werden können, wenn keine Schleppdraht-Verbindung möglich ist.

Eine technische Besonderheit dieser neuen Mehrzweckschiffe ist, dass sie ausschließlich mit Flüssigerdgas (LNG) betrieben werden. Um sicher Brandbekämpfungen und Einsätze in giftiger oder explosiver Umgebung durchführen zu können, haben wir bewährte Technik weiterentwickelt. Damit beim Löschen eines brennenden Schiffes auf dem eingesetzten Mehrzweckschiff unter keinen Umständen Methan-Gas austreten kann, haben wir gemeinsam mit Partnern Sicherheitslösungen erarbeitet. Zum Beispiel umschließen mit Schutzgas gefüllte Doppelhüllen alle Rohrleitungen und Einrichtungen des LNG-Systems – bei einer Leckage bleibt das Methan in diesem Schutzmantel.

Mit der Rolls-Royce Power Systems AG (RRPS) haben wir vereinbart, dass für uns LNG-Motoren der Baureihe B36:45L6AG für den Einsatz in explosiver Umgebung entwickelt werden. Der zum RRPS-Konzern gehörende Motorenhersteller Bergen Engines wird bei dieser Entwicklung von seiner „Konzern-Schwester“ MTU Friedrichshafen unterstützt: während die norwegischen Motorenbauer langjährige LNG-Erfahrung haben, hat MTU seit 1986 mehrere Motorentypen für diesen Spezial-Einsatz entwickelt.

Datum 17. Dezember 2019
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